
Bella Weichler und ihr Team hatten zum zweiten Mal zum Halloween-Turnen eingeladen, über 60 Kinder und Erwachsene feierten ausgelassen, mit schaurig schönen Verkleidungen
Gittelde. Ab 16 Uhr versammelten sich in der Turnhalle der Grundschule in Gittelde kleine Skelette, Mumien, Hexen und dunkle Prinzessinnen, begleitet von gruseligen Kürbissen, langbeinigen Spinnen und Gespenstern. Die Organisatorin, Bella Weichler, hatte zusammen mit ihren Helferinnen Claudia Weigelt und Sabrina Oppermann eine schaurig schöne Atmosphäre anlässlich des Halloween-Turnens des MTV gezaubert, auch dank vieler weiterer helfender Hände. Über 60 Kinder mit ihren Eltern waren dabei - wobei nicht nur die Kinder Spaß am Verkleiden hatten, auch die Erwachsenen zeigten sich kreativ als Unfallopfer oder Sensenmann. Für die Kinder stand freies Spielen im Vordergrund, unter anderem auf Hüpfburgen, und dazu liefen dem Anlass entsprechend Gruselkinderlieder. Auch zwei der MTV-Tanzgruppen ("Little Mix" und "Oceans United") traten beim Halloween-Turnen auf. Dazu gab es Gebäck, Kuchen und Getränke. Und nachdem die Dämmerung dann richtig angebrochen war, ging es gemeinsam unter Begleitung der Feuerwehr eine kleine Runde durch Gittelde. Bei Marion Hauck gab es neben einer gruseligen Überraschung natürlich auch Süßes oder war es doch Saures? Der klassische Spruch lautet "Süßes, sonst gibt's Saures" und ist ein traditioneller Aufruf an Halloween, bei dem Kinder um Süßigkeiten bitten. Wenn keine Süßigkeiten gegeben werden, drohen als "Saures" kleine Streiche.
Hingegen der landläufigen Meinung, stammt Halloween oder besser gesagt, die Tradition, die dahinter steht, nicht ursprünglich aus Amerika. Halloween hat nämlich seine Wurzeln in den keltischen Bräuchen des Samhain, dem Ende des Erntejahres und dem Beginn des dunklen Winters. Die Menschen glaubten, dass die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der der Geister an diesem Tag, also in der Nacht zum 1. November, Allerheiligen, besonders durchlässig sei. Feuer wurden entzündet, Masken getragen und Kostüme gewählt, um am 31. Oktober die Geister zu täuschen, zu vertreiben oder sie zu besänftigen. Und wie kam Halloween nach Deutschland? Im 19. Jahrhundert brachten irische und schottische Auswanderer den Brauch zunächst nach Amerika und später auch über den Ärmelkanal in Richtung Deutschland. Dort entstand auch die bekannte Kürbis-Laterne. Der Brauch geht aber ebenfalls auf eine Legende aus Irland zurück: Als ein Bösewicht, namens Jack, gestorben war, verwehrte ihm Gott den Zugang zum Himmel. Doch auch in der Hölle wollte man Jack nicht haben. Er hatte den Teufel nämlich noch zu Lebzeiten übers Ohr gehauen. Und mit einem Stück Kohle, das er in eine ausgehöhlte Rübe legte, machte sich Jack auf die Suche nach einem Ort, an dem er bleiben konnte. Ursprünglich wurden die Laternen in Irland aus ausgehöhlten Rüben hergestellt, erst später wurden in den USA Kürbisse dafür benutzt. So wurde die Rübe von der sogenannten "Jack O'Lantern" abgelöst.
Das Wort Halloween entstand übrigens mit der Christianisierung. Die Kirche bezeichnete das heidnische Fest im 9. Jahrhundert als "All Hallows Eve", also den Abend vor Allerheiligen am 1. November.
Zunächst als britischer Volksbrauch, fand Halloween in Deutschland lange Zeit eher im Randbereich statt, oft als düstere Gruselnacht oder Privatfeier. Erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts verbreitete sich Halloween stärker in der Öffentlichkeit: Geschäfte führten Halloween-Dekorationen, Medien verbreiteten die gruselige Atmosphäre, und Halloween-Partys wurde zum beliebten Fest. Heute sieht man rund um Halloween in Deutschland Kürbisschnitzereien, Spuk-Events und hört Gruselgeschichten - es ist also eine Mischung aus längst vergessenen Mythen und moderner Feierkultur. hn
